Wachstum

«Der Standort wird aufgewertet»: Ypsomed investiert gross in Solothurn

20.09.2023, 17:13 Uhr
· Online seit 20.09.2023, 16:41 Uhr
Der Medizinaltechnik-Konzern Ypsomed wächst – und hat in Solothurn Grosses vor. Der Standort wird modernisiert und ausgebaut, inklusive neuer Arbeitsplätze. Was ist genau geplant? Und was entsteht beim grossen Loch an der Ziegelmattstrasse?
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Erst am Dienstag hat die Burgdorfer Firma Ypsomed bekannt gegeben, dass sie einen langfristigen Liefervertrag mit dem dänischen Gesundheitsunternehmen Novo Nordisk abgeschlossen hat. Das Unternehmen wächst und wächst – auch am Standort in Solothurn.

Rückenwind für das Unternehmen

Ein Grossteil der Medikamente wird nicht mehr zum Schlucken, sondern mit Spritzen verabreicht, erklärt Ypsomed-Geschäftsführer Simon Michel. Das spielt der Ypsomed in die Karten und ist ein Grund fürs stetige Wachstum. Millionen von Menschen nutzen die Produkte täglich. «Als Unternehmen ist die Ypsomed systemrelevant. Wenn wir nicht liefern, dann sind die Leute aufgeschmissen», so Michel.

Die Ypsomed muss ihre Produktionskapazitäten bis zum Ende dieses Jahrzehnts deutlich ausbauen, wenn sie mit der Nachfrage mithalten will. Infolge des Wachstums wird der Standort Solothurn modernisiert und ausgebaut. Auch werden zusätzliche Stellen geschaffen.

Das entsteht in Solothurn

Am Standort in Solothurn wird viel passieren. «Wir werden auf allen Dächern Photovoltaikanlagen installieren, ein Parkdeck und weitere Büroräumlichkeiten werden entstehen – und wir bauen ein Forum», freut sich CEO Michel. Das Forum soll das Herzstück werden – und das «Loch» an der Ziegelmattstrasse ausfüllen. Geplant und gebaut wird das neue Gebäude vom Architekturbüro phalt Architekten zusammen mit Anderegg Partner AG.

«Das Forum ist ein Ort der Begegnung, wo man sich trifft, diskutiert und debattiert», sagt Michel. Dort werden in Zukunft eigene Versammlungen und Konferenzen abgehalten – aber das Forum soll auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Eine Begegnungszone mit schattenspendenden Bäumen und Foodtrucks soll das jetzige Gebäude und das neue Forum verbinden.

Der geplante Ausbau des Standorts Solothurn ergebe Sinn. «Verkehrstechnisch sind wir hier super angebunden, sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch in Richtung Autobahn», erklärt Michel. Es gebe in Solothurn noch ein Umfeld mit genug Platz und Möglichkeiten zum Wachsen.

Stadt Solothurn ist «dankbar»

Auch für die Stadt Solothurn sind das Wachstum und der Ausbau des Standorts erfreulich. Stadtpräsidentin Stefanie Ingold zeigt sich dankbar: «Für unsere Stadt ist es wichtig, dass solch ein bedeutender Wirtschaftszweig hier wächst und Mitarbeitende anzieht».

Auch der Konferenzraum, der für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, komme der Stadt zugute. «Wir haben viele Anlässe in der Stadt und jeder Raum, der zusätzlich genutzt werden kann, ist ein Gewinn.» Besonders in der Zeit, wenn das Landhaus in Zukunft ausgebaut wird und damit ein solcher Raum für eine längere Zeit entfällt.

Auch aus finanzieller Sicht sind solche Wachstumsstrategien für die Stadt ein Lichtblick. An der letzten Sitzung des Solothurner Gemeinderats wurde die Lage der städtischen Finanzen sehr düster eingeschätzt. «Selbstverständlich ist es ein Gewinn, wenn sich ein Unternehmen wie die Ypsomed in einer solch angespannten finanziellen Situation zum Standort Solothurn bekennt», so Ingold. Das könne andere Unternehmen anziehen und sei «sehr wichtig für uns und die Weiterentwicklung.»

Ypsomed schafft weitere Arbeitsplätze

Im Jahr 2003 ist die Ypsomed in Burgdorf aus allen Nähten geplatzt und hat in der Folge den Standort Solothurn aufgebaut. Seither wurde dieser kontinuierlich weiterentwickelt. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren über 100 Millionen Franken investiert und über 400 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Rund ein Drittel der Mitarbeitenden der Ypsomed sind in Burgdorf beschäftigt, ein weiteres Drittel in Solothurn und der Rest weltweit in 20 Tochtergesellschaften. Aktuell arbeiten in Solothurn 600 Mitarbeitende – Tendenz steigend. Mit dem am Mittwoch bekannt gegebenen Ausbauschritt werden gruppenweit nochmals etwa 400 Arbeitsplätze entstehen.

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veröffentlicht: 20. September 2023 16:41
aktualisiert: 20. September 2023 17:13
Quelle: 32Today

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