Solothurner Nationalratswahlen

Grüne verteidigen Sitz knapp: «Ich bin ganz baff»

23.10.2023, 10:54 Uhr
· Online seit 22.10.2023, 18:25 Uhr
Die SVP kann ihren Wähleranteil in den diesjährigen Wahlen im Kanton Solothurn steigern. Sie verteidigt daher ihre beiden Sitze. Felix Wettstein von den Grünen kann seinen Sitz retten, neu sind Simon Michel (FDP) und Rémy Wyssmann (SVP) im Nationalrat.

Quelle: Tele M1 / 32Today / Jael Fischer

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Die SVP kann auch im Kanton Solothurn zulegen und ihre beiden Sitze problemlos verteidigen: Rémy Wyssmann übernimmt den Sitz des abtretenden NationalratsWalter Wobmann. «Es war ein Bibbern bis zur letzten Minute», sagt Rémy Wyssmann nach dem Schlussresultat. Der Anwalt und Kantonsrat aus Kriegstetten galt als Favorit für den zweiten SVP-Sitz.

Parteipräsident Christian Imark behält seinen Sitz. Seine Wiederwahl, wie das Erstarken der SVP im ganzen Land, begründet er mit der aktuellen Weltlage. «Wir leben in einer Krisenzeit, in der sich viele auf ihre Werte zurückbesinnen.»

Michel holt den FDP-Sitz

Derweil geht der Sitz des abtretenden FDP-Nationalrats Kurt Fluri weiter an seinen Parteikollegen und Ypsomed-Chef Simon Michel. «Es war ein Krimi bis zum Schluss», gesteht Michel kurz nach der Bekanntgabe der Ergebnisse. Lange war nicht klar, ob die Ost- oder die West-Liste der FDP den Sitz holt.

Für Michel war es ein Kopf an Kopf-Rennen mit seinem Parteikollegen Markus Spielmann. Es sei aber immer ein «Miteinander» gewesen während des Wahlkampfes, trotz der grossen parteiinternen Konkurrenz. Mit Michel sitzt neben Magdalena Martullo Blocher ein zweiter Chef eines grossen Konzerns im Nationalrat.

Ein Wahlsonntag der Emotionen

Ein Krimi war der Wahltag auch für die Grünen. Denn sie zitterten bis zum Schluss: Nach einem knappen Rennen konnte sich der amtierende Felix Wettstein doch noch behaupten und seinen Sitz im Nationalrat verteidigen. «Ich bin ganz baff», sagt er. Er habe lange um seinen Sitz gezittert und freue sich nun, dass es doch geklappt habe. Beinahe hätten die Grünen ihren Nationalratssitz verloren, nun konnten sie erstmals einen Sitz nach vier Jahren halten.

Als Wettstein die nötigen Stimmen doch noch holen konnte, gab es regelrechte Luftsprünge der Parteikolleginnen und -kollegen. «Wir haben den Rank noch bekommen. Darüber sind wir sehr froh», sagt Parteipräsidentin Laura Gantenbein. Der Luftsprung sei «natürlich und ehrlich gewesen». Denn, wie Gantenbein sagt: «Es ist sehr viel Last von unseren Schultern gefallen.»

«Mein Sitz ging den Bach runter»

Felix Wettstein hat sich mit dem Mitte-Politiker Edgar Kupper ein Kopf-an-Kopf rennen geliefert. «Wenn man nach 106 von 107 Gemeinden provisorisch gewählt ist, hat man schon die Hoffnung, dass man gewählt wird», sagt er. Die Stadt Solothurn habe den Ausschlag gegeben, vermutlich sei der 2. Sitz der Mitte deswegen ganz knapp an die Grünen gefallen. Kupper weiter: «So ging mein Sitz den Bach runter.»

Die Enttäuschung sei aber nicht allzu gross. «Die Mitte hat vier Prozent zugelegt, auf 18 Prozent Wähleranteil. Das ist ein sensationelles Ergebnis. Wenn der Sitz noch bei mir gelandet wäre, wäre das ein Märchen gewesen», sagt Kupper.

Mögliche Nachrutscherinnen

Die Sozialdemokratin Franziska Roth kann ihren Sitz problemlos verteidigen und bleibt im Nationalrat. Den möglichen zweiten Sitz verpasst die SP hingegen klar.

Möglicherweise rutscht noch eine Person in den Nationalrat nach - nämlich dann, wenn Christian Imark oder Franziska Roth in den Ständerat gewählt werden sollten. Bei der SP würde Farah Rumy nachrücken, bei der SVP Sibylle Jeker.

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veröffentlicht: 22. Oktober 2023 18:25
aktualisiert: 23. Oktober 2023 10:54
Quelle: 32Today

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