Solothurn

Hindernisse in den Müll geworfen – Skater beschweren sich über Stadt

24.10.2023, 07:11 Uhr
· Online seit 24.10.2023, 06:54 Uhr
Wer an trockenen Nachmittagen in Solothurn vom Bahnhof Richtung Stadt geht, verfehlt sie kaum. Die Skater des Vereins «SkateSO» üben da auf selbstgebauten Hindernissen ihre Tricks. Diese Hindernisse wurden von der Stadtverwaltung abtransportiert und vernichtet.

Quelle: 32Today / Devin Schürch / Benjamin Netz / Jael Fischer

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Die Beziehung zwischen der Solothurner Stadtverwaltung und dem Skateverein «SkateSO» ist schon seit langem kompliziert. Seit Jahren kämpfen die Skater für einen Platz, von dem sie nicht weggewiesen werden. Lieber noch hätten sie einen richtigen Skatepark. Mit dem Kreuzackerplatz schien der Konflikt zumindest vorübergehend gelöst. Bis jetzt.

Mit vier Rädern über selbstgebaute Hindernisse

Immerhin erhielt der Verein die Erlaubnis, auf dem Kreuzackerplatz zu skaten und dort seine selbstgebauten Hindernisse aufzustellen. Dies unter der Auflage, dass die Hindernisse abends weggeräumt werden. Das hat die letzten zwei Jahre auch gut funktioniert. Beschwerden aus der Bevölkerung gab es weder wegen der Skater noch wegen der Hindernisse. Im Gegenteil: Die Hindernisse wurden, wenn sie gerade nicht benutzt wurden, gerne als Sitzgelegenheit verwendet.

Kaputte Hindernisse als Auslöser

Plötzlich kam dann doch eine Beschwerde. Die am Kreuzackerplatz liegende Berufsschule fand, die Hindernisse seien im Weg und behinderten Putzkräfte. «Besagte Hindernisse waren kaputt und sind sechs Tage lang dort gelegen, bis wir sie entsorgen konnten. Das nehmen wir auch auf unsere Kappe und war definitiv der Auslöser für das, was folgte», sagt Benjamin Rufer, Präsident «SkateSO». Nachdem «SkateSO» die kaputten Hindernisse entsorgte, wurden neue gebaut und ebenso verwendet wie seit zwei Jahren.

Bis am 25. September. An diesem Montag wurden die neuen Hindernisse im Auftrag der Stadt vom Werkhof beschlagnahmt und direkt zerstört.

Gab es eine Verwechslung?

Die Stadtverwaltung sagt, die Skater seien gewarnt worden. Die Skater wiederum behaupten, nie wegen der neuen Hindernisse von der Stadt kontaktiert worden zu sein. «Ich hatte bereits mit den zuständigen Behörden zu tun, sie wissen, dass ich der Präsident bin und haben auch meine Telefonnummer. Eine Aufforderung zum Wegräumen oder die Ankündigung, dass die neuen Hindernisse vernichtet werden, hat mich nie erreicht», sagt Rufer.

Dies lässt vermuten, dass es sich um eine Verwechslung handeln könnte. Sollte der Werkhof die kaputten Hindernisse entsorgen, hat aber stattdessen die Neuen mitgenommen?

Das sagt die Stadtverwaltung

Stadtpräsidentin Stefanie Ingold räumt Fehler ein: «Die Kommunikation ist sicher unglücklich gelaufen. Eine Vorwarnung fand schon statt, allerdings über eine Drittperson. Wir gingen dann davon aus, dass diese die Nachricht vom Abbau überbringt. Das ist aber scheinbar gar nicht, oder zumindest nicht schnell genug passiert.»

Man suche aber nun nach einer Anschlusslösung und wolle auch die Skaterinnen und Skater miteinbeziehen. Das Verhältnis zu diesen sei nämlich grundsätzlich gut, sonst hätte man sie nicht jahrelang auf dem Kreuzackerplatz toleriert. «Ein Konzept für einen richtigen Skatepark liegt vor. Das ist nun zu prüfen und dann hoffen wir, dass beide Seiten am Ende zufrieden sind», sagt Ingold beschwichtigend und verspricht, dass die Kommunikation in Zukunft besser laufen soll.

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veröffentlicht: 24. Oktober 2023 06:54
aktualisiert: 24. Oktober 2023 07:11
Quelle: 32Today

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