Solothurner Ständeratswahlen

Bischof deutlich wiedergewählt - was macht Ankli?

22.10.2023, 18:56 Uhr
· Online seit 22.10.2023, 17:54 Uhr
Bei den Solothurner Ständeratswahlen hat der bisherige Ständerat Pirmin Bischof (Mitte) die meisten Stimmen erhalten und ist wiedergewählt. Wer Roberto Zanetti (SP) beerben kann, muss in einem zweiten Wahlgang entschieden werden. Die Ausgangslage ist delikat.

Quelle: Tele M1 / 32Today / Jael Fischer

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Der bisherige Mitte-Ständerat Pirmin Bischof hat mit 46'086 Stimmen das absolute Mehr erreicht und ist damit direkt wiedergewählt. Dass er den Sprung ins Stöckli bereits im ersten Wahlgang schafft, damit habe er nicht gerechnet: «Es ist schlicht gewaltig», sagt Bischof. «Vor allem in der Konstellation: Durch den freigewordenen Sitz von Roberto Zanetti haben alle Parteien ihre besten Pferde aus dem Stall geholt. Dass ich die nötigen 50 Prozent Stimmen hole, wenn sechs solche Kandidierende dabei sind, hätte ich nie gedacht, aber es freut mich riesig.»

Diese vielen Stimmen würden seine Arbeit honorieren, die er in Bern mache. Bischof versteht das Resultat aber auch als Auftrag des Solothurner Stimmvolks.

Roth knapp vor Imark

Wie erwartet hat niemand der anderen Kandidierenden genügend Stimmen erhalten, um auf Anhieb gewählt zu werden. Deshalb wird in vier Wochen ein zweiter Wahlgang nötig.

SP-Nationalrätin Franziska Roth, die den freigewordenen Sitz von Parteikollege Roberto Zanetti verteidigen will, wurde Zweite mit 30'602 Stimmen. In letzter Minute überholte sie SVP-Nationalrat Christian Imark, der den dritten Rang belegt. Den Ausschlag dafür gab Roths starkes Ergebnis in der Stadt Solothurn, die als letzte Gemeinde fertig ausgezählt war.

Roth fühlt sich durch dieses Resultat bestätigt: «Es zeigt, dass sich die Bevölkerung im Kanton Solothurn vorstellen kann, eine Ständerätin zu haben. Ich werde jetzt für den zweiten Wahlgang noch einmal Vollgas geben. Mit offenem Ohr, offenem Herzen und Haut und Haar werde ich hinstehen und zeigen, dass es mir Ernst ist, Ständerätin des Kantons Solothurn zu sein.»

Was macht Remo Ankli?

Mit 29'176 folgt Imark knapp hinter Roth. «Ich bin sehr zufrieden, ich bin der bestgewählte bürgerliche Ständerat», sagt Imark direkt nach der Verkündung des Wahlergebnisses. Dieses Resultat habe aber Konsequenzen: «Die anderen bürgerlichen Kandidaten müssen sich nun entscheiden, ob sie den Linken oder den Bürgerlichen helfen wollen. Wollen sie den Bürgerlichen helfen, dann müssen sie sich zurückziehen.»

Damit spielt Imark in erster Linie auf Remo Ankli (FDP) an, der mit knapp 26'000 Stimmen nur Rang vier belegt. Der Bildungsdirektor wollte den FDP-Sitz zurückerobern, den der Solothurner Freisinn 2011 verloren hatte. Das Ergebnis ist eine grosse Enttäuschung für Ankli uns seine Partei. Am Dienstagabend wird sie entscheiden, ob Ankli nochmals antritt. Weil sich die FDP und die SVP traditionellerweise nicht grün sind im Kanton Solothurn, ist die Entscheidung so oder so delikat.

Grüne und GLP chancenlos

Mit gorssem Abstand folgten Felix Wettstein (Grüne) und Dieter Künzli (GLP). Wettstein ist nicht enttäuscht über den fünften Rang: «Er ist das, was ich erwarten konnte, entsprechend bin ich zufrieden.» Dafür konnte er in letzter Sekunde seinen Nationalratssitz verteidigen.

Die Kandiderenden müssen bis Mitte nächster Woche entscheiden, ob sie erneut antreten. Der zweite Wahlgang ist am 19. November.

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veröffentlicht: 22. Oktober 2023 17:54
aktualisiert: 22. Oktober 2023 18:56
Quelle: 32Today

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