Velobörse Langenthal

«Am schnellsten gehen Veloanhänger und Kindervelos weg»

17.03.2023, 15:21 Uhr
· Online seit 17.03.2023, 15:01 Uhr
Diesen Samstag findet in der Markthalle Langenthal die alljährliche Velobörse statt. Seit rund 25 Jahren wird sie von Mirko Jordi organisiert. Wir haben mit ihm über E-Bikes, Schrottvelos und Velo-Schnäppchen geredet.
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Bis zu 700 Velos suchen an diesem Samstag an der Velobörse in der Markthalle in Langenthal einen neuen Besitzer oder eine neue Besitzerin. Seit 30 Jahren organisiert Pro Velo Oberaargau die Börse – seit rund 25 Jahren ist Mirko Jordi hauptverantwortlich.

Mirko Jordi, wie viele Velos stehen denn bei Ihnen in der Garage?
Aktuell sind es vier. Mein allererstes selbst gekauftes Velo, ein Scott Mountainbike, an dem ich sehr hänge und es niemals weggeben würde. Dann ein Cannondale Fully, mit dem ich wirklich biken gehe, als Alltagsvelo ein Ökobike und für den Arbeitsweg noch ein E-Bike von Flyer.

Angefangen hat damals alles mit einer Tauschbörse für Kindervelos, was findet man heute an der Velobörse?
Inzwischen findet man bei uns neben dem klassischen Dreigänger für an den Bahnhof auch E-Bikes, Mountainbikes, Rennvelos, Likabikes, Schattenvelos und allerlei Velozubehör wie etwa Veloanhänger oder auch Veloträger fürs Auto. Wir sind übrigens auch offen, falls sich uns andere Organisationen mit weiteren Tauschbörsen anschliessen möchten. Der Recycling-Gedanke steht für uns zuoberst, das gilbt auch für andere Gegenstände als Velos.

Und was ist erfahrungsgemäss am schnellsten weg?
Extrem beliebt sind die Veloanhänger. Wir hatten schon Personen, die wegen eines Anhängers extra Mitglied bei Pro Velo geworden sind, um so eine halbe Stunde früher an der Börse zum Zug zu kommen. Gleich hinter den Veloanhängern kommen nach wie vor die Kindervelos, was uns sehr freut. Danach kommt das Bahnhofvelo, das typische Damenvelo mit drei Gängen. Auch immer sehr beliebt sind Vorjahres- und Ausstellungsmodelle von Velohändlern aus der Region, die bei uns an der Börse als Schnäppchen angeboten werden.

Wie sieht es mit E-Bikes aus, wie gross ist da inzwischen der Anteil?
Die E-Bikes stehen an der Börse noch in den Kinderschuhen. Der Anteil liegt aktuell noch bei 10 Prozent. Der Knackpunkt ist der Akku. Bis zu einem gewissen Punkt ist es eine Vertrauensfrage, wie der Akku bei einem gebrauchten E-Bike noch in Schuss ist. Und weil die Akkus ziemlich teuer sind, kaufen die Leute ihre Occasionen lieber beim Velohändler, der die Akkus testet und eine Garantie abgeben kann.

Wird die nicht Börse teilweise zum Entsorgen von alten Velos missbraucht?
Wer sein Velo nicht verkaufen kann und es nach der Börse nicht mehr abholen möchte, kann es auch spenden. Oft sind sogar bei so genannten «Kellerfunden» gewisse Teile noch brauchbar und recycelbar. Wir arbeiten diesbezüglich aktuell mit dem Verein Maximumm zusammen, früher hatten wir eine Zusammenarbeit mit Velafrica. Ansonsten kann ich sagen, dass von den bis zu 700 Velos oft nur ein bis zwei nach der Börse nicht mehr von den Besitzern abgeholt werden – und oft auch nur aus Versehen.

Die Börse gibt es nun schon seit 30 Jahren, was hat sich verändert? 
Als ich vor rund 30 Jahren über den Velohändler Daniel Buchli in den Vorstand von Pro Velo Oberaargau eingeladen wurde, war die Börse noch beim Bahnhof Langenthal und ziemlich bescheiden. Ein paar Jahre später, als die Börse immer grösser wurde, sind wir dann in die Marktgasse gewechselt. Weil wir dort aber dem Regen ausgesetzt waren, sind wir inzwischen seit etwa 20 Jahren wettersicher in der Markthalle. Verändert hat sich ansonsten vor allem das Angebot, das viel breiter geworden ist. Auch das Helferteam ist auf rund zwölf Personen angewachsen und sehr eingespielt.

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veröffentlicht: 17. März 2023 15:01
aktualisiert: 17. März 2023 15:21
Quelle: 32Today

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