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Der Oberaargau soll ans Berner S-Bahn-Netz

Öffentlicher Verkehr

Der Oberaargau soll ans Berner S-Bahn-Netz

· Online seit 14.04.2023, 09:38 Uhr
Der Oberaargau soll endlich ans Netz der Berner S-Bahn angeschlossen werden. Die rot-grüne Verkehrslobby möchte, dass es rasch vorwärts geht und macht entsprechend Druck. Damit rennt sie beim Kanton offene Türen ein.
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Bereits vor einem Jahr tauchte die Idee in einem Bericht der kantonalen Verwaltung auf, wie die Berner Zeitung berichtet: Die S-Bahn Bern soll auf der Hauptlinie in Richtung Olten bis nach Langenthal und nicht nur bis Burgdorf fahren. Es wurde ein zeitlicher Rahmen bis 2040 vorgegeben, was von der Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen wurde. Klar ist, dass das aktuelle Angebot mit den halbstündlichen Interregio-Verbindungen in den Oberaargau den vielen Pendlern bald nicht mehr gerecht werden dürfte.

Tal der Langete dem Emmental gleichstellen

Alt Nationalrat Adrian Wüthrich setzt sich als Präsident der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGÖV) Oberaargau seit Jahren für den öffentlichen Verkehr in seiner Region ein. Für ihn ginge mit der Fahrplanverdichtung von zwei auf vier Verbindungen pro Stunde und dem gleichzeitigen Anschluss an die S-Bahn Bern ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Er würde es begrüssen, wenn die neue S-Bahn-Linie sogar über Langenthal hinaus bis nach Huttwil weitergeführt werden könnte. So wäre das Tal der Langete dem Emmental oder dem Simmental gleichgestellt, wo die direkten Züge nach Bern seit Langem verkehren.

Möglichst kurze Fahrzeit für die lange Strecke

Im Zentrum steht aber vorerst die S-Bahn-Verlängerung bis Langenthal. Zwingend wäre dort eine möglichst kurze Fahrzeit für diese lange Strecke, sagt Wüthrich. Deshalb solle die S-Bahn nur die grösseren Orte bedienen. Im Bericht des Kantons werden als Halteorte Bern-Wankdorf, Burgdorf und Herzogenbuchsee genannt.

Die rot-grünen Lobbyisten haben ein ehrgeiziges Ziel: Der umweltfreundliche Bahn, Fuss- oder Veloverkehr soll bis 2040 kantonsweit einen Marktanteil von 50 Prozent erreichen. Aktuell liegt er bei 33 Prozent. Mit der direkten Bahnverbindung bis Huttwil könnte der Kanton diesem Ziel näherkommen.

Wie schnell es geht und ob überhaupt die S-Bahn-Verlängerung in den Oberaargau vom Kanton Bern vorangetrieben wird - das steht aktuell in den Sternen. Kostendeckend ist der Regionalverkehr nicht, was bedeutet, dass Subventionen des Kantons nötig sind, wenn das Bahnangebot erweitert werden soll.

(hed)

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veröffentlicht: 14. April 2023 09:38
aktualisiert: 14. April 2023 09:38
Quelle: 32Today

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