Mittelland
Oberaargau

Scheitert die regionale Kulturförderung für das Capitol in Langenthal am Standort?

Kulturförderung Oberaargau

Steht das Old Capitol Langenthal in der «falschen» Gemeinde?

10.07.2023, 12:29 Uhr
· Online seit 10.07.2023, 12:03 Uhr
Die Oberaargauer Gemeinden haben einen gemeinsamen Fördertopf, aus dem Kulturinstitutionen in der Region unterstützt werden. Aktuell wird in diesem Gemeindeverband über die Neuaufnahme von zwei Veranstaltern diskutiert – eines steht jedoch in der «falschen» Gemeinde.
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Die Kreuzkellerbühne in Herzogenbuchsee und das Old Capitol in Langenthal möchten gerne auf die Liste der «Kulturinstitutionen von regionaler Bedeutung» aufgenommen werden. Damit könnten sie von der finanziellen Unterstützung des Gemeindeverbands profitieren. Die beiden Standortgemeinden haben dafür die entsprechenden Anträge gestellt, wie die Berner Zeitung schreibt.

Regionalpolitisch nicht geschickt

Für die Kreuzkellerbühne Herzogenbuchsee stehen die Chancen für eine Aufnahme gut. Der Verbandsrat empfiehlt, den Aufnahmeantrag anzunehmen. So könnte eine bessere geografische Verteilung der Kulturinstitutionen erreicht werden, denn bisher geht fast die gesamte Unterstützung in die Zentrumsgemeinde Langenthal.

Umgekehrt wird der Antrag des Old Capitol ebenfalls aufgrund des geografischen Standorts zur Ablehnung empfohlen. «Die Konzentration weiterer Subventionen auf Langenthal wird als regionalpolitisch nicht geschickt eingestuft», sagt der neue Präsident des Gemeindeverbandes, Niklaus Lundsgaard-Hansen gegenüber der Zeitung.

Die Stadt Langenthal hält aber an ihrem Antrag für das Old Capitol fest. «Wir finden, dass es in der Region kein vergleichbares Kulturhaus dieser Grösse und Ausstrahlung gibt», sagt Daniel Ott, der Vorsteher des Amts für Bildung, Kultur und Sport in Langenthal. Seit 2017 bereichert das «O.C.» das kulturelle Angebot im Oberaargau mit rund 120 Veranstaltungen jährlich. Dabei werden ungefähr 20'000 Eintritte verzeichnet. Verantwortlich dafür zeichnen zwei Vollzeitstellen für die Geschäftsleitung und ein grosses Team von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Mehr Geld ist nicht das Ziel

Mehr Geld sei nicht das Ziel, sagt der Geschäftsführer des Old Capitol, Stefan Schärer. Für ihn geht es in erster Linie um die Anerkennung, die mit der Aufnahme auf die Liste der subventionierten Häuser verbunden wäre. Noch bis Mitte Juli können sich die Oberaargauer Gemeinden zu den Anträgen äussern. Danach legt der Regierungsrat die Liste fest. Diese wird dann in einem Jahr dem Verbandsparlament zur Zustimmung vorgelegt.

Im gemeinsamen Fördertopf stehen pro Jahr insgesamt 2,4 Millionen Franken zur Verfügung. Davon trägt die Stadt Langenthal als Standortgemeinde der unterstützten Institutionen Bibliothek, Museum, Kunsthaus, Chrämerhuus und Stadttheater die Hälfte des Betrags. 40 Prozent übernimmt der Kanton Bern. Die restlichen Oberaargauer Gemeinden bezahlen zusammen 10 Prozent. Das sind 3.30 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. Diese Ausgaben würden bei einer Erweiterung der Liste steigen, allerdings im homöopathischen Bereich: Für die Kreuzkellerbühne und das Old Capitol würden zusätzlich je 8 Rappen pro Kopf fällig.

(ma)

veröffentlicht: 10. Juli 2023 12:03
aktualisiert: 10. Juli 2023 12:29
Quelle: 32Today

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