Grosses Umbaufieber

Im Sauriermuseum Bellach gibt es bald sechs neue Skelette

14.02.2024, 15:21 Uhr
· Online seit 14.02.2024, 05:42 Uhr
Wer in letzter Zeit das Sauriermuseum in Bellach besucht hat, dem wird es schon aufgefallen sein: Im Moment gibt es dort gerade mehrere Baustellen gleichzeitig. Laut Stefan Frieden, dem Leiter und Gründer des Museums, gibt es bald ein paar Neuheiten.
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Es ist gerade so einiges los im Sauriermuseum: Ihr baut im grösseren Stil um. Was ist genau geplant?

Stefan Frieden: Wir sind dabei, das Museum umzubauen und zu vergrössern. Wir haben immer mehr Besucher, weshalb wir einige Brandschutzmassnahmen ergreifen mussten. Deshalb haben wir die Gelegenheit ergriffen, einiges zu ändern. Der Eingangsbereich wird anders. Es soll auch wieder ein Bistro, einen neuen Shop und einen Wickelraum geben. Gleichzeitig bauen wir auch die neue Ausstellung auf.

Was genau wird in der neuen Ausstellung zu sehen sein?

Es ist eine Ausstellung über die Tiere in der Jurazeit. Dabei gibt es verschiedene Dinos und sehr viele Originalknochen aus dieser Zeit zu sehen. Wir werden sechs neue Skelette haben, darunter befindet sich auch das kleine, süsse Allosaurus-Baby, mit einer Länge von knapp 3 Metern. Das passt noch von der Grösse, sodass wir es als Ganzes ausstellen können. Die ausgewachsenen Tiere haben natürlich in unserem Museum nicht Platz. Der Allosaurus muss man sich vorstellen wie ein kleiner T-Rex: Er lebte vor seiner Zeit und war auch ein Fleischfresser.

Was ist dein persönliches Highlight bei der neuen Ausstellung?

Das ist neben dem Allosaurus-Baby der Camarasaurus. Die Knochen von diesem Langhalssaurier wurden 1991 entdeckt und man gab ihm den Namen Alf. Er war seither in Gipspaketen verpackt. Eine Privatperson hat ihn präpariert. Er nahm also die Knochen aus dem Stein. Da jedoch nur wenige Originalknochen existierten, hat er bisher noch keinen Weg in ein Museum gefunden. Der Aufwand, Knochen nachzubilden, ist sehr gross und wenn man nur zehn Prozent Originalknochen hat, tut man sich das fast nicht an. Für mich ist es ein Highlight, weil er eben seit über 30 Jahren herumliegt und wir ihn nun erstmals der Öffentlichkeit zeigen können. Er kann bis zu 20 Meter lang werden, wir werden ihn also nicht ganz zeigen können. Wir haben aber eine gute Idee, wie wir ihn in Szene setzen.

Wie präpariert man denn solche Knochen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel mit dem 3D-Drucker oder man kann sie mit Holz ergänzen, so kann man die Originalknochen und die nachgebildeten schön voneinander unterscheiden. Für die Variante haben wir uns jetzt entschieden.

Gibt es während des Umbaus Einschränkungen für Besucher?

Nein. Das Museum hat ganz normal offen. Wir bauen die Ausstellung in einem Raum auf, den wir davor noch nicht hatten. Das Einzige, was sein könnte: Dass es ab und zu etwas chaotisch aussieht, vielleicht mal irgendwo ein Farbfleck oder etwas Baustaub hat, weil wir gerade noch den Eingangsbereich umbauen. Aber das sollte bis kommenden Sonntag fertig sein.

Wann startet die Ausstellung?

Das ist noch unklar. Es kommt etwas darauf an, ob alles rechtzeitig geliefert wird. Wir warten zum Beispiel noch auf die Brandschutztüren. Auch gibt es ein Problem, wenn auch ein Schönes: Viele der Originalknochen sind erstmals in einem Museum. Es gibt noch keine Halterungen für die Knochen. Das muss alles noch geschweisst und an jeden Knochen angepasst werden. Das braucht etwas Zeit. Das machen wir auch hausintern. Das Ziel ist, im Mai mit allem fertig zu werden.

Du sagst, ihr habt immer mehr Besucher. Von wie vielen reden wir da?

Letztes Jahr hatten wir beispielsweise 13'000 Besucherinnen und Besucher. Sie kommen aus der ganzen Schweiz und auch aus Europa. Unser Glück ist, dass wir mit Touristenbüros und Campingplätzen arbeiten können.

Was fasziniert dich eigentlich so an der Welt der Dinos?

Das Ungewisse. Als Erwachsener kann man sich die Grösse fast nicht vorstellen. Es gibt immer wieder so Situationen, wo ich denke, wie gross das Tier ist, wie riesig der Oberschenkel ist. Auch weiss man nicht, wie ein Dino wirklich ausgesehen hat: Wenn ich ihn mir blau vorstelle mit pinken Punkten kann mir niemand das Gegenteil beweisen. Es lässt also viel Raum offen für die Fantasie, und das fasziniert natürlich vor allem auch die Kinder. Spannend ist auch, wenn wir dann mal ein Fossil finden und mit dem gewisse Annahmen bestätigen können. Natürlich ist das auch mühsam (lacht). Je nach dem muss man dann wieder Beschriftungen ändern oder Bücher sind dann nicht mehr aktuell.

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veröffentlicht: 14. Februar 2024 05:42
aktualisiert: 14. Februar 2024 15:21
Quelle: 32Today

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