Trendsport

«One-Hundred-Eeeeeeighty!» – die Darts-WM gibts heuer live im Kofmehl

02.01.2024, 11:17 Uhr
· Online seit 02.01.2024, 11:16 Uhr
Halb Europa schaut über die Festtage Abend für Abend, wie massige Männer unglaublich präzise Pfeile werfen, vor Tausenden feiernder und tobender Fans. Die Darts-WM in London ist heuer zum ersten Mal live im Solothurner Kofmehl auf Grossleinwand zu sehen.
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Der Dartssport fasziniert die Massen. Aus dem Zeitvertreib englischer Arbeiter in schummrigen Pubs ist mittlerweile ein Trendsport geworden, in dem der Rubel rollt. Die Topstars der Szene verdienen sehr viel Geld und sind in Grossbritannien, aber auch in den Niederlanden und in Deutschland mittlerweile in der A-Liga der Sportprominenz angekommen.

Höhepunkt jedes Jahr ist die WM im Londoner Alexandra Palace, genannt «Ally Pally». Zwischen Mitte Dezember und dem 3. Januar wird der Beste des Fachs erkoren, das Turnier ist mit drei Millionen Franken dotiert. Ein Schweizer hat es noch nie ins Hauptfeld geschafft, der Schweizer Branchenleader Marcel Walpen aus dem Oberaargau ist in der Qualifikation auch dieses Jahr hängen geblieben.

Festhütten-Stimmung im Ally Pally – und im Kofmehl?

Die Stimmung an der WM unter den Fans als «gut» zu umschreiben, wäre eine masslose Untertreibung. Sie ist wie in einer Skihütte beim Après-Ski mit Live-Auftritt von DJ Ötzi. Es wird gebechert, gesungen und angefeuert, manchmal auch über die Grenzen des Anstands hinaus. Viele Fans tragen eigens kreierte Kostüme - fast wie bei der Fasnacht.

Diese Stimmung im Darts-Entwicklungsland Schweiz nachzuahmen, ist nicht einfach. Aber im Solothurner Kofmehl wird es ausprobiert. Erstmals werden die WM-Halbfinals (2. Januar 2024) und das Finale (3. Januar) live auf Grossleinwand übertragen.

Die Fans dürfen sich kostümieren. «Wer sich der Stimmung voll und ganz hingeben möchte, ist herzlich dazu eingeladen sich zu verkleiden – ganz Ally Pally gemäss werden die besten Kostüme zelebriert!», heisst es auf der Kofmehl-Homepage. Der Eintritt ist frei.

Auch selber Darts spielen ist möglich

Wer sich langweilen sollte oder in den Pausen die Zeit vertreiben will, kann auch selber zu den Pfeilen greifen und versuchen, die kleinen Felder zu treffen. Es stehen zwei E-Dart Automaten und eine Steel-Dart-Scheibe bereit.

Darts ist ein Sport, den auch «unsportliche» Leute mit Erfolg betreiben können. Viele der Topspieler haben ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen, dafür bunte Shirts und ausgefallene Frisuren - führend hierbei ist der Schotte Peter Wright.

Was es neben einem ruhigen Wurfarm und einer guten Technik braucht, ist mentale Stärke. Aus 2,37 Meter winzige Felder zuverlässig zu treffen, unter dem Druck starker Gegner und in einem immensen Lärm, ist eine unglaubliche Herausforderung. Die Fälle, in denen Topspielern auf einmal die Nerven flattern und die Hände zittern, sind zahlreich. Noch öfter ist aber absolute Coolness unter höchstem Druck zu sehen - viele der Topspieler sind kantige Typen und «mentale Monster». In Interviews sagen sie, was sie denken - keine vorgestanzten Sätze von Kommunikationsberatern.

Viele Favoriten, aber nur zwei Frauen

Ins Halbfinale haben sich sensationell zwei Ungesetzte gespielt: Scott Williams und der erst 16-jährige Shootingstar Luke Littler. Letzerer spielt dermassen souverän, dass ihm sogar der Titel zugetraut wird. Im Halbfinale trifft er auf den letzten übrig gebliebenen Weltmeister, Rob Cross. Im anderen Halbfinale trifft Scott Williams auf den Saisondominator Luke Humphries - die Engländer machen den Titel also unter sich aus. Andere Grössen des Fachs wie Michael van Gerwen, Titelverteidiger Michael Smith oder Peter Wright sind teilweise schon früh im Turnier ausgeschieden.

Im Feld der 96 Qualifizierten befanden sich auch zwei Frauen, die Engländerin Fallon Sherrock und die Japanerin Mikuru Suzuki. Sie scheiterten beide in der ersten Runde.

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veröffentlicht: 2. Januar 2024 11:16
aktualisiert: 2. Januar 2024 11:17
Quelle: 32Today

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