Mittelland
Solothurn / Grenchen

Solothurn und Olten: Polizei greift bei Autokorsos nach EM-Spielen ein

Strassensperrungen vorprogrammiert

Autokorsos nach EM-Match – so will die Polizei in Olten und Solothurn vorgehen

04.07.2024, 06:28 Uhr
· Online seit 04.07.2024, 06:19 Uhr
Nach den EM-Spielen wird – je nach dem wie diese ausgehen – gerne mal lang und laut gefeiert. Hupende Autos und grölende Fussballfans auf den Strassen gehören dabei gewissermassen dazu. So will die Polizei die Autokorsos im Kanton Solothurn eindämmen.
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Letzten Samstag besiegte die Schweiz Italien im EM-Achtelfinal. Das wurde ausgiebig gefeiert: Zuhause sowie auch auf den Strassen. In Olten und Solothurn musste die Polizei eingreifen und gewisse Strassen aus Sicherheitsgründen absperren. Das sorgte bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern für Erleichterung, bei den Fans aber auch für Missmut.

Sicherheit steht an erster Stelle

Autokorsos kommen im Kanton Solothurn vor allem in Solothurn, Olten und Grenchen vor – in Solothurn und Olten mussten deshalb auch schon gewisse Strassenabschnitte gesperrt werden. «Für uns steht die Sicherheit im Strassenverkehr sowie von anderen Verkehrsteilnehmenden an erster Stelle», sagt Andreas Mock, Leiter der Medien und Kommunikation der Kantonspolizei Solothurn. Es hätte sich bereits in vergangenen Jahren gezeigt, dass es nötig sei, einzelne Strassen in eine oder in beide Richtungen zu sperren. «Ein Aspekt ist zum Beispiel, dass die Strassen für Feuerwehr oder Sanität freibleiben müssen», erklärt Mock.

Die Autokorsos an sich seien kein neues Phänomen und die Polizei toleriere das auch, solange es im gesunden Rahmen bleibe. «Für viele gehört es dazu, zu jubeln und zu feiern und dagegen ist per se auch nichts einzuwenden», sagt der Mediensprecher. Kritisch werde es erst, wenn das Ganze ein gewisses Mass hinsichtlich Lärm und Dauer überschreite. Die meisten Fans würden nach einer Weile wieder von der Strasse verschwinden und Ruhe einkehren lassen. Es gebe aber auch solche, die am liebsten die ganze Nacht herumfahren würden und da sei es dann an der Polizei, einzugreifen. Trotz viel Gehupe letzten Samstag sei es an diesem Abend zu keinen grösseren Zwischenfällen gekommen, sagt Mock.

Hier zieht die Polizei ihre Grenzen

Auch wenn die Polizei sich grundsätzlich tolerant zeigt, was das Feiern nach einem Fussball-Sieg angeht, gibt es gewisse No-Gos. «Lärm rund um sensible Orte wie Krankenhäuser wird nicht toleriert. Da schreitet die Polizei ein und ergreift entsprechende Massnahmen», erklärt Mock. Zudem müssten die normalen Verkehrsregeln eingehalten werden. «Freudenfeiern sind kein Grund, dass Alkoholgrenzen aufgehoben oder Feuerwerkskörper aus dem Auto geworfen werden dürfen», sagt Mock.

Wie sieht es in Solothurn aus?

Wie in Olten waren letzten Samstag auch in Solothurn für rund eine Stunde manche Strassen gesperrt. Ob das auch am 6. Juli im Spiel gegen England wieder der Fall sein wird, werde sich zeigen, sagt Pirmin Wüest, Leiter der Sicherheits- und Verkehrspolizei der Stadt Solothurn. «Wir werden den Spielausgang beobachten und sollte die Schweiz gewinnen, werden dementsprechend Vorbereitungen getroffen», erklärt er. Betroffen seien die Strassen, die zum Amtshausplatz führen und die Hauptstrasse beim Bahnhof.

Ein Sieg der Schweiz würde Radau auf den Strassen bedeuten. Trotzdem wünschen sich auch die Polizeibeamten, dass das Schweizer Nationalteam gewinnt. «Natürlich fiebern wir alle mit und drücken unserer Mannschaft die Daumen», sagt Mock und lacht. Im Hinblick auf einen Sieg und erwarteten Autokorsos werde auch die Kantonspolizei vorsorglich gewisse Massnahmen für Olten in die Wege leiten.

veröffentlicht: 4. Juli 2024 06:19
aktualisiert: 4. Juli 2024 06:28
Quelle: 32Today

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