Überraschung

Deshalb wird die Schweiz sonniger

· Online seit 31.03.2024, 12:20 Uhr
Laut Wetterdiensten nimmt der Sonnenschein in der Schweiz immer mehr zu – auch in Regionen, die sonst eher trüb sind. Was steckt dahinter? Für Kult-Sünneler Peter Nyffeler aus Oftringen sind das gute Nachrichten.
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Seit 1980 haben die Sonnenstunden auf der Alpennordseite stetig zugenommen. Gemäss dem Schweizer Wetterdienst «Meteo News» wurde der Rekord 2022 gemessen. Dies registrierten die drei Messstandorte Genf, Basel und Zürich. Auch im vergangenen Jahr gabs vielerorts überdurchschnittlich viel Sonnenschein. In vielen Regionen der Nordschweiz hat es so viele Sonnenstunden wie noch nie seit Messbeginn Ende des 19. Jahrhunderts gegeben, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

In diesem Jahr war der Januar zwar besonders regenreich, gleichzeitig schien die Sonne in manchen Gebieten, die sonst eher als Nebelregion bekannt sind, überdurchschnittlich lang. Darunter fallen zum Beispiel Neuenburg und die Region Aarau.

Wo scheint die Sonne in der Schweiz am häufigsten?

Im Tessin hingegen scheint die Sonne sehr oft – was jetzt nicht besonders überraschend ist. Das Rennen um das Sonnenstunden-Ranking macht die Region Locarno, gemessen am langjährigen Mittel. Knapp dahinter liegt Sitten im Wallis. Am wenigsten Sonnenschein gibts laut Messstation in Glarus mit fast 1000 Stunden weniger Sonnenstunden als am Lago Maggiore. Das hat jedoch mit der Abschattung durch die Berge zu tun. Berggipfel lassen in der Regel die Sonne später auf und früher wieder untergehen. Demnach sagen Statistiken über die Häufigkeit an Sonnenstunden nur bedingt etwas aus.

Um die Sonnenstuben besser miteinander zu vergleichen, ziehen Meteorologen die relative Sonnenscheindauer als Basis bei. Diese zeigt, laut «Tages-Anzeiger» auf, wie oft die Sonne im Verhältnis zum lokalen, theoretisch möglichen Maximum scheint. Und hier überholen Sitten und Zermatt das Tessin. Auf dem letzten Platz liegt Luzern. Und an manchen Orten gibt es im Winter gar keinen einzigen Sonnenstrahl und das über mehrere Wochen, gar Monate hinweg. Der schattigste Ort in der Schweiz ist Emmetten im Kanton Nidwalden. Aber auch Oberterzen SG, Hergiswil NW am Vierwaldstättersee oder Cadenazzo TI werden nicht unbedingt von der Sonne geküsst.

Warum gibts in der Schweiz mehr Sonne? 

Untersuchungen zeigen, dass sich das Azorenhoch immer häufiger ausdehnt. «Modellrechnungen weisen darauf hin, dass die zunehmend stärkere Ausdehnung des Azorenhochs mit der menschenverursachten globalen Erwärmung zusammenhängen könnte», so Bader zur Zeitung. Es gebe dazu Hinweise, dass die Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahrzehnten einen positiven Effekt auf die Sonnenscheindauer haben soll.

Mehr Sonne bedeutet auch mehr Wärme und Hitze. Dies führt wiederum zu einer höheren Verdunstung. Für die Landwirtschaft bedeutet das nicht unbedingt was Schlechtes. Im Gegenteil. «Der Boden lässt sich besser bearbeiten, wenn er nicht zu nass ist, Krankheiten verbreiten sich bei trockenen Verhältnissen weniger stark, und die Sonne tut der Qualität von Weintrauben oder anderen Früchten gut», erklärt Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband.

Für Peter Nyfeller: «Huere guet!»

Der Kult-Sünneler Peter Nyffeler (71) aus Oftringen flüchtet jedes Jahr in Richtung Süden, um Sonne zu tanken – nach Kuba, Thailand, auf Bali oder auch mal in die Türkei. Er sei gerade vier Wochen in Ägypten gewesen. Jetzt freut sich Nyffeler auf den kommenden Frühling. Dann kann seinen Liegestuhl an der Aare aufklappen. «Mehr Sonnenschein in der Schweiz? Huere guet!»

Quelle: TeleM1 / Archivbeitrag vom 27. Juli 2020

(sib)

veröffentlicht: 31. März 2024 12:20
aktualisiert: 31. März 2024 12:20
Quelle: ArgoviaToday

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