Vandalismus

Wie gehen die Parteien im Kanton Bern mit der Zerstörung von Wahlplakaten um?

· Online seit 19.09.2023, 07:51 Uhr
In knapp fünf Wochen wählt die Schweiz am 22. Oktober ein neues Parlament. Seit einer Woche ist die «wilde Plakatierung» – das Aufhängen von Plakaten durch Privatpersonen – erlaubt. Doch nicht alle Plakate bleiben heil. BärnToday hat bei den kantonalen Parteien nachgefragt, inwieweit ihre Wahlplakate demoliert werden.
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SVP

«Leider gibt es offenbar relativ professionelle Vandalenzüge, die unsere Plakate systematisch abräumen oder zerstören», schreibt die SVP Kanton Bern auf Anfrage von BärnToday. «Wir finden es schade, dass es offenbar Leute gibt, welche die Demokratie im Keim ersticken wollen.» Die Partei respektiere «selbstverständlich» die geltenden Richtlinien sowie den Willen der Landbesitzenden, wo die Plakate gestellt werden. Durch den Vandalismus wolle sie sich nicht entmutigen lassen.

Auch ausserhalb des Kantons scheint die Demolierung von Wahlplakaten von Kandidierenden der SVP und ihrer Jungpartei ein Thema zu sein. Auf X – besser bekannt als Twitter – verspricht der Aargauer SVP Nationalrat Andreas Glarner sogar 2000 Franken Belohnung, um «die linksgrünen Chaoten» zu stoppen.

EVP

Bei den Plakaten der EVP von früheren Wahlen hielt sich Vandalismus in Grenzen, richtet die kantonale Partei schriftlich aus. Und doch kam es bereits vor. Die Partei schickt der BärnToday-Redaktion Fotos von zwei zerstörten Plakatwänden in Münchenbuchsee während den letzten Nationalratswahlen.

Dieses Jahr rechnet die Partei nicht damit, dass Vandalismus ein grösseres Problem darstellen wird. Für den Fall der Fälle ist die EVP aber vorbereitet: «Wir haben aber genügend Reserven an Plakaten drucken und ausliefern lassen, damit beschädigte Plakate ersetzt werden können», so der Berner Grossrat Philippe Messerli.

SP

Verschmierte und heruntergerissene Plakate sind auch bei der SP des Kantons Bern ein Thema. Ob diese jeweils ersetzt werden oder nicht, hänge davon ab, wo sich die zerstörten Plakate befänden, richtet das Parteisekretariat aus. «Bei den bezahlten Plakatstellen und denjenigen der Gemeinden werden jeweils Reserven mitgeliefert, damit beschädigte Plakate ersetzt werden können. Bei privaten Stellen entscheiden die betreffenden Personen, ob sie die Plakate ersetzen oder nicht.»

Insgesamt habe die SP Kanton Bern 75'000 Franken für Plakate in verschiedenen Grössen und Material budgetiert – inklusive Druck und Material. Für deren Herstellung arbeite sie mit Grafikbüros und Druckereien aus Bern zusammen.

FDP

Die FDP Kanton Bern richtet aus, sie komme im Vergleich mit anderen Parteien recht glimpflich davon. Warum? «Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass die FDP nicht polarisiert und mit ‹bösen Sprüchen› auftritt», schreibt Daniel Beyeler, Geschäftsführer der kantonalen Partei. Vandalierte Plakate würden jeweils von den Anbietern ausgewechselt. Auch diese Partei produziert in der Regel eine Mehrauflage der Plakate.

Grüne / Die Mitte

Im aktuellen Wahlkampf noch gar keine Probleme mit Vandalismus bekundeten die Grünen und die Mitte des Kantons Bern. Die Mitte richtet aus, dass demolierte Plakate durch die Plakatgesellschaft oder – bei Gratisaushängen – durch die Gemeinde ersetzt würden. Bei der Wildplakatierung sei jedoch die Partei selbst in der Verantwortung.

(ade/lae)

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veröffentlicht: 19. September 2023 07:51
aktualisiert: 19. September 2023 07:51
Quelle: BärnToday

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