Nationalrat

Diese Politiker aus dem Mittelland könnten es neu in den Nationalrat schaffen

· Online seit 28.09.2023, 06:19 Uhr
Viele wollen hinein, nur die wenigsten schaffen es. Im Nationalrat werden aber gerade für den Kanton Solothurn einige neue Gesichter Platz nehmen. Wer hat die besten Chancen am 22. Oktober?

Quelle: Tele M1

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Zwei von sechs amtierenden Solothurner Nationalräten treten ab - Walter Wobmann von der SVP und Kurt Fluri von der FDP. Es wird also mindestens zwei neue Personen in der Solothurner Delegation geben - beziehungsweise drei, denn auch Ständerat Roberto Zanetti geht in den politischen Ruhestand.

Die Ungefährdeten im Nationalrat

Keine grösseren Sorgen machen müssen sich drei amtierende Nationalräte und -rätinnen: Stefan Müller-Altermatt von der Mitte-Partei, Christian Imark von der SVP und Franziska Roth von der SP.

Die Sitze ihrer Parteien sind sicher, und das Trio muss auch keine innerparteiliche Konkurrenz fürchten. Der Bisherigen-Bonus dürfte sie mehr oder weniger locker für weitere vier Jahre nach Bern tragen.

Der Wackelkandidat

Etwas weniger gut schlafen könnte in den nächsten Wochen Felix Wettstein. Der grüne Nationalrat aus Olten wurde vor vier Jahren überraschend gewählt, die grüne Welle spülte ihn ins Bundeshaus. Es ist aber gut möglich, dass es beim vierjährigen Intermezzo bleibt, denn gemäss Umfragen dürften die Grünen ihren Sitz wieder verlieren. Profitieren könnte die SP, die ihren vor vier Jahren verlorenen zweiten Sitz zurückholen könnte. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Mitte-Partei dank ihren Listenverbindungen in die Nähe eines zweiten Sitzes kommt.

Die favorisierten Neuen

Ein neues Gesicht wird die Solothurner FDP nach dem Rücktritt von Kurt Fluri in Bern vertreten. Einen Favoriten zu benennen ist aber aus mehreren Gründen schwierig. Es gibt zwei Listen - eine für den Westen, eine für den Osten und Norden des Kantons. Jene Liste mit mehr Stimmen wird den Sitz holen, es könnte knapp werden. Im Westen gelten Ypsomed-CEO Simon Michel und Martin Rufer als Favoriten, Rufer ist Direktor des Schweizerischen Bauernverbands. Im Osten können sich die Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi, Handelskammer-Direktor Daniel Probst und Hauseigentümer-Präsident Markus Spielmann Chancen ausrechnen.

Auch bei der SVP wird ein Sitz frei nach dem Rücktritt von Walter Wobmann, auch dieser Sitz dürfte in den Reihen der Partei bleiben. Als Favorit gilt der Kriegstetter Anwalt und «Hansdampf in allen Gassen» Rémy Wyssmann, gefährlich werden könnte ihm der Thaler Landwirt Beat Künzli.

Falls der Grünen-Sitz zur SP wandert, können sich der Oltner Stadtpräsident Thomas Marbet und Kantonsrätin Nadine Vögeli Hoffnungen machen, in den Nationalrat einzuziehen. 

Einen weiteren Neuling in Bern könnte es geben, falls Franziska Roth oder Christian Imark in den Ständerat gewählt würden. In diesem Fall rückt die nächste Person auf deren Liste in den Nationalrat nach. Favorit für den Sitz im Ständerat ist allerdings Remo Ankli von der FDP, seit zehn Jahren Regierungsrat.

Und im Kanton Bern?

Im Kanton Bern gibt es aktuell drei Leute im Parlament aus dem 32Today-Redaktionsgebiet. Ständerat Werner Salzmann aus Mülchi in der Gemeinde Fraubrunnen dürfte weiterhin in Bern politisieren - wahrscheinlich wie bisher als Ständerat, oder dann als Nationalrat.

Der Sitz von Mitte-Nationalrat Heinz Siegenthaler aus Rüti bei Büren wackelt hingegen - was für den früheren BDP-Mann Siegenthaler aber nichts Neues ist. Schon dreimal rutschte er in den Nationalrat nach, eine Wiederwahl gelang ihm bisher nicht. Auch jetzt könnte dem Landwirt mit der sonoren Bass-Stimme die parteiinterne Konkurrenz vor der Sonne stehen.

Einzige Oberaargauer Nationalrätin ist aktuell Christine Badertscher von den Grünen. Ob sie ihren Sitz verteidigen kann, ist ebenfalls offen. Ein Sitzverlust der Grünen im Kanton Bern ist möglich. Wen es treffen würde, ist schwer vorauszusagen.

Mit aller Kraft in den Nationalrat strebt der Niederbipper Gemüsebauer Beat Bösiger von der SVP. Er investiert enorm viel in seinen Wahlkampf, und weil bei der Berner SVP drei Bisherige aufhören, können sich neue Kandidierende realistische Chancen ausrechnen. Die Konkurrenz auf der SVP-Liste ist allerdings gross, und ob Bösiger im weitläufigen Kanton Bern genug bekannt ist für eine Wahl, ist fraglich.

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veröffentlicht: 28. September 2023 06:19
aktualisiert: 28. September 2023 06:19
Quelle: 32Today

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