Mittelland
Kanton Solothurn

In Solothurn braucht es mehr Pflegefamilien für Flüchtlingskinder

Kanton sucht

In Solothurn braucht es mehr Pflegefamilien für Flüchtlingskinder

· Online seit 02.02.2023, 12:06 Uhr
Die Zahl minderjähriger Kinder und Jugendlicher, die ohne ihre Eltern ihr Heimatland verlassen und in die Schweiz flüchten, ist steigend. Doch die Plätze für die Flüchtlingskinder werden knapp. Der Kanton sucht zusätzliche Pflegefamilien.
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Viele Kinder und Jugendliche flüchten unbegleitet ohne ihre Eltern aus unterschiedlichen Krisengebieten in die Schweiz. Sie zählen aufgrund ihres Alters und der Fluchtgeschichte zu einer sehr vulnerablen Gruppe und sind deshalb auf eine bedürfnisgerechte Unterbringung angewiesen.

Wo bringt der Kanton minderjährige Flüchtlingskinder unter?

Der Kanton bringt minderjährige Flüchtlingskinder im Alter von 12 bis 16 Jahren in Pflegefamilien unter. Die individuelle Betreuung und enge Begleitung durch eine Familie erleichtert den Kindern die Teilnahme an einem strukturierten Alltag und auch das Erlernen der Sprache. Laut Monica Sethi sind aktuell 14 Flüchtlingskinder bei Pflegefamilien im Kanton Solothurn untergebracht. Ältere Jugendliche ab 16 Jahren wohnen zumeist in betreuten Wohngruppen, in denen sie auch das selbständige Leben im Alltag lernen.

Was sind die Gründe für die drohende Knappheit?

Die Anzahl der Asylgesuche ist in den letzten Monaten bekanntlich immer weiter gestiegen. Auch die Prognosen für das aktuelle Jahr zeigen nach oben. Dies bedingt auch eine Zunahme von alleinreisenden Minderjährigen, wie das Amt für Gesellschaft und Soziales in einer Medienmitteilung vom Donnerstag schreibt.

Doch aufgrund der steigenden Zahlen der Asylgesuche, will der Kanton für den Anstieg gerüstet sein. Eine genaue Zahl, wie viele Pflegefamilien konkret fehlen, kann aufgrund der nicht planbaren Strukturen im Asylwesen nicht genannt werden. Die Machtübernahme der Taliban vor rund eineinhalb Jahren sorgt aber weiterhin dafür, dass viele Menschen Afghanistan verlassen. Dies zeichnet sich auch in den Zahlen des Kantons ab. So machen sie aktuell eine grosse Gruppe der minderjährigen Flüchtlinge aus und es besteht ein besonderer Bedarf für die Unterbringung in Pflegefamilien.

Was soll eine Pflegefamilie mitbringen?

Der Begriff Pflegefamilie ist nicht an eine bestimmte Familienform gebunden, Alleinstehende sowie unverheiratete oder gleichgeschlechtliche Paare können gleichermassen Pflegekinder aufnehmen. Es braucht jedoch viel Verständnis für andere Kulturen, andere religiöse Hintergründe. Eine Familie, die ein minderjähriges Flüchtlingskind aufnimmt, muss auch bereit sein für herausfordernde Situationen und die Themen Trauer und Traumata.

Die Pflegefamilien werden vom Amt für Gesellschaft und Soziales begleitet und unterstützt.

veröffentlicht: 2. Februar 2023 12:06
aktualisiert: 2. Februar 2023 12:06
Quelle: 32Today

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