Heute Abend im Livestream

Sonnwendfeier Oensingen: So laufen die Vorbereitungen für das grösste Feuerwerk der Schweiz

18.03.2023, 10:29 Uhr
· Online seit 16.03.2023, 17:02 Uhr
Am Samstagabend wird der Himmel über Oensingen zur Leinwand. Zwei Vereine duellieren sich im Wettkampf um das schönere Feuerwerk. Leute aus dem Oberdorf unterstützen am Samstagabend traditionellerweise den Ravellen-Club RCO. Leute im Unterdorf den Vogelherdclub. Wir waren beiden Vorbereitungen dabei.
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Die Sonnwendfeier findet diesen Samstag in Oensingen ab 20 Uhr statt. Auf 32Today wird es einen Livestream des Spektakels geben.

Alle drei Jahre duellieren sich der Vogelherd- und der Ravellenclub mit einem Feuerwerk in Oensingen. Obschon es heute nicht mehr wirklich ein Duell ist, sondern eine grosse Show, die die beiden Clubs gemeinsam für die Zuschauer machen. Diese Art Show ist weltweit einzigartig. Diesmal mussten sich die beiden Clubs wie auch die Fans der Show gedulden; wegen der Pandemie durfte die Feier im Jahr 2021 nicht stattfinden. Die Vorfreude ist nach fünf Jahren Pause gross. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Seit drei Tagen sind täglich um die 40 Personen im Einsatz und helfen mit, die vielen Rohre, Bomben, Singleshots und römischen Lichter auf Paletten entlang zweier Wege im Wald zu platzieren und einzurichten.

Ein riesen Aufwand und viel, viel Arbeit

Wir schauen Patrick Flury, Präsident des Vogelherdclubs, auf dem Feuerwerkspfad im Wald und bei den Vorbereitungen über die Schulter. Geschossen wird aus dem Wald von zwei parallelen Wegen aus. Aus dem Neuweg heraus werden die kleineren Kaliber geschossen – aus Sicherheitsgründen, wegen der Nähe zu den Häusern. Es stehen bereits viele Rohre und Paletten da. Auf den Paletten befinden sich lange, verschiedenfarbige Rohre. Es sind römische Lichter, die beim Abfeuern gerade oder schräg in den Himmel schiessen.

Quelle: 32Today / Jael Fischer

Sie werden verschiedene Effekte in den Nachthimmel zeichnen. Allerdings werden die auf einer Palette installierten römischen Lichter nicht alle gleichzeitig abgefeuert. Jedes einzelne Rohr wird elektronisch angesteuert. Jedes Element ist mit einem nummerierten Kabel verbunden, das seinen Steckplatz in der Matrize erhält. Diese Kabel sehen nach einem grossen Durcheinander aus, in Wirklichkeit ist das Ganze aber bis ins letzte Detail organisiert.

Über zehn Tonnen Material

Es sind rund 4000 Effekte, sprich Bomben, Kerzen oder römische Lichter, die von den Leuten auf beiden Wegen verteilt werden. Das entspricht über zehn Tonnen Material, inklusive der Paletten und Rohre.

Auf dem oberen Allmendweg, der etwas höher gelegen ist, werden die grossen Bomben platziert. Diese haben einen Durchmesser von bis zu 400 Millimeter. Im Himmel werden ihre Blumen einen Durchmesser von stolzen 400 Metern haben.

Das explosive Material darf nicht in falsche Hände geraten. Deshalb wird das Areal grosszügig abgesperrt mit Trassierband, zudem ist die Securitas mit Hundeführern vor Ort und die Polizei macht verstärkt Kontrollen.

Gerade werden die grossen Bomben in die Rohre gesteckt, als die Partnerinnen der Feuerwerker auftauchen. Sie kümmern sich in diesen Tagen um die Verpflegung der Mannschaft. Das Arbeiten an der frischen Luft macht hungrig und der Zusammenhalt im Team ist wichtig. Im Kofferraum ihres Autos bringen die Damen Kaffee, Sandwiches, Früchte und Süssigkeiten. Sie sorgen nicht nur für den Znüni, sondern auch fürs Morgen- Mittag- und Abendessen.

40'000 Zuschauer erwartet

Das ganze Feuerwerk steht oben im Wald und wird dort gezündet, der eigentliche Zündpunkt ist jedoch unten an der Jurastrasse. Die Zündung läuft über Funk, die von einer einzigen Person ausgelöst wird. Früher stand man noch im Wald zum Zünden des Feuerwerks. Nun ist während der Show niemand mehr im Wald. Dadurch können alle Helfer das Spektakel von der Jurastrasse aus mitverfolgen, zusammen mit den vierzigtausend Zuschauern, die aus dem In- und Ausland erwartet werden. Da kann man schon nervös werden - Patrick Flury ist aber noch die Ruhe selbst. Nur wegen der vor ein paar Tagen noch unsicheren Wetterprognose war er angespannt. Das hat sich aber vorläufig gelegt, nachdem klar war, dass der Wettergott mitspielen sollte.

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veröffentlicht: 16. März 2023 17:02
aktualisiert: 18. März 2023 10:29
Quelle: 32Today

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32today@chmedia.ch