Curling-Frauen

Vom Titel zum Rauswurf – Neues zur Ausbootung von Briar Schwaller-Hürlimann

08.05.2023, 17:21 Uhr
· Online seit 08.05.2023, 16:19 Uhr
Der de facto Rauswurf von Briar Schwaller-Hürlimann aus dem Weltmeisterinnenteam rund um Skip Silvana Tirinzoni erschütterte vergangene Woche die ansonsten so heile Schweizer Curling-Welt. Nun sind neue Details zur Ausbootung der in Solothurn wohnhaften Zugerin bekannt.

Quelle: 32Today / Jael Fischer / Nadine Schmid

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Offenbar stimmte das Verhältnis zwischen der 29-Jährigen und ihren ehemaligen Mitspielerinnen schon länger nicht mehr. Gegenüber dem Blick äusserte sich Tirinzoni: «Wir haben festgestellt, dass Briar in vielen Bereichen anders denkt als wir. Das hätte im Hinblick auf unsere Ziele bei Olympia zu einem Problem werden können.» Grosses Ziel der höchst erfolgreichen Equipe des CC Aarau ist es, nach den WM-Titeln auch bei den kommenden Olympischen Spielen in Mailand und Cortina 2026 Edelmetall zu gewinnen.

Erst der Titel, dann der Rauswurf

Die Worte von Tirinzoni erstaunen, denn noch bei der vergangenen Weltmeisterschaft, bei der sich die Schweizerinnen zum vierten Mal in Folge die Curling-Krone aufsetzen konnten, hatte man auf eine Ersatzfrau verzichtet, weil die Stimmung im Team angeblich so gut gewesen sei.

Aber warum dann die Trennung von Schwaller-Hürlimann? Offenbar begann alles mit der Trennung des Teams von Mentalcoach Jörg Wetzel im Januar. Ein Kuriosum mitten in der Saison, denn schon im Juniorenbereich arbeiten die Schweizer Curlerinnen und Curler mit Psychologen.

Nachfolgerin steht bereits fest

Laut Tirinzoni hatte man damals für neue Impulse sorgen wollen. Die Trennung habe sich nicht auf das Teamgefüge ausgewirkt. Dennoch wuchsen die Zweifel an Schwaller-Hürlimann - offenbar derart, dass anscheinend schon vor dem Rauswurf mit Nachfolgerinnen verhandelt wurde.

In der Tat wurde bereits am Wochenende bekannt, dass Selina Witschonke die Nachfolge von Schwaller-Hürlimann antritt. Die Sempacherin stösst vom CC St. Moritz zum CC Aarau rund um Silvana Tirinzoni, Alina Pätz und der Langenthalerin Carole Howald. Die schnelle Ersatzlösung legt den Schluss nahe, dass die Trennung nicht völlig aus heiterem Himmel erfolgte.

Die Sache nicht weiter dramatisieren

Für Schwaller-Hürlimann bedeutet die Ausbootung quasi das Karriereende, sagen Insider. Denn die Integration in ein neues Team, das zudem konkurrenzfähig ist, wäre ein Kraftakt. Hinzu kommt die Doppelbelastung als Lehrerin. Schwaller-Hürlimann ist in einem 70-Prozent-Pensum angestellt.

Was ihr bleibt, ist das Mixed-Double mit ihrem Ehemann Yannick Schwaller. Es besteht also eine kleine Resthoffnung auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spiele 2026. Allerdings ist Yannick Schwaller selbst auch im Vierer-Curling aktiv und hat sich dort hohe Ziele gesteckt.

Auf Anfrage von 32Today teilt die 29-jährige Zugerin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann im solothurnischen Recherswil lebt, mit, dass sie die ganze Geschichte hinter sich lassen und sich nicht mehr gross dazu äussern möchte. Sie wolle die Angelegenheit nicht weiter dramatisieren. Ausserdem seien noch nicht alle Punkte abschliessend geklärt.

Es schweben also weiterhin Fragezeichen über der gesamten Schweizer Curling-Szene, wie es zur unschönen Ausbootung von Briar Schwaller-Hürlimann gekommen ist.

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veröffentlicht: 8. Mai 2023 16:19
aktualisiert: 8. Mai 2023 17:21
Quelle: 32Today

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