Oberaargau

«Verlust für Huttwil»: Pflegeheim Dahlia wird im Sommer geschlossen

04.04.2024, 19:08 Uhr
· Online seit 04.04.2024, 08:00 Uhr
Das Alters- und Pflegeheim Dahlia schliesst seinen Standort in Huttwil per 31. August 2024. Für die Bewohnerinnen und Bewohner wird eine lückenlose Anschlusslösung gesucht – an einem anderen Dahlia-Standort oder nach Wunsch in einer anderen Institution.
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Die Verwaltungsräte der Dahlia Oberaargau AG und der SRO AG, welche die Liegenschaft in Huttwil besitzt, reagieren auf Veränderungen im Gesundheitsmarkt und in der Alterspflege. Trotz der Schliessung des Standorts Huttwil, bleibt die Langzeitpflege in der Region erhalten. Die übrigen Dienstleistungen des Gesundheitszentrums SRO bleiben unverändert bestehen.

Keine Entlassungen vorgesehen

Es soll keine Entlassungen geben – alle Mitarbeitenden erhalten ein gleichwertiges Stellenangebot an einem der anderen Dahlia-Standorte. Der Fokus liege zukünftig auf den Standorten Herzogenbuchsee, Niederbipp, Wiedlisbach (Juradorf gemeinsam mit der IGO) und Attiswil, wie es in einer Medienmitteilung der SRO AG hiess.

Um die angestrebte Pflegequalität aufrechtzuerhalten, wäre eine sehr kostenintensive Sanierung des veralteten Gebäudes des Standorts Huttwil nötig. Dies war einer der Gründe, die zum Entscheid führten, wie es weiter in der Medienmitteilung der SRO AG heisst. Weiter wurde aufgeführt, dass sich das Marktumfeld in der Langzeitpflege in den letzten Jahren nachhaltig verändert habe. Auch die Personalrekrutierung gestaltet sich besonders anspruchsvoll.

Gemeinsam mit den Familienangehörigen werden für die Bewohnerinnen und Bewohner von Dahlia Oberaargau alternative Optionen an anderen Dahlia-Standorten oder in einer Institution ihrer Wahl gesucht, um eine lückenlose Anschlusslösung sicherzustellen. Die Region Huttwil habe ein ausreichendes Angebot an wohnortnahen Plätzen in der Langzeitpflege.

«Einmal mehr Verlust für Huttwil»

In einer ersten Stellungnahme erklärt Walter Rohrbach, Gemeindepräsident von Huttwil, dass die Schliessung des Standortes einmal mehr ein Verlust für Huttwil bedeute und dass man in der Gemeinde betroffen sei über die unerwartete Nachricht. «Wir sind mit vollendeten Tatsachen konfrontiert worden», so der Gemeindepräsident. «Wir wussten zwar, dass es Veränderungen geben sollte im Dahlia – man wollte den ehemaligen Spitalteil schliessen und im neueren Teil aufstocken, davon sind wir ausgegangen.»

«Als Gemeindepräsident fühlt man sich nicht wohl in solchen Momenten», sagt Rohrbach. «Vor allem, wenn man vor vollendete Tatsachen gestellt wird.» Er betont, dass es nicht einfach sei, schnell eine Lösung zu finden. Wie viele der Bewohnerinnen und Bewohner aus der Region Huttwil sind, weiss der Gemeindepräsident nicht. Er betont jedoch, dass der Verlust des Angebots einen negativen Einfluss auf die Region habe und einen volkswirtschaftlichen Schaden verursache. Solche Meldungen seien ein schlechtes Signal zum Wirtschaftsraum im südlichen Oberaargau.

Erst im letzten Herbst verlor die Region mit den Entlassungen beim E-Bike Hersteller Flyer wichtige Arbeitsplätze. Rohrbach ist besorgt über die Zukunft, da Huttwil viel Industriebauland besitzt. Die negativen Berichte von Huttwil seien nicht förderlich.

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist noch offen

Wie der bisherige Standort des Pflegeheims Dahlia in Huttwil genutzt werden könne, weiss Walter Rohrbach zur Zeit noch nicht. Der SRO schreibt in der Medienmitteilung, das Gebäude werde einer neuen Nutzung zugeführt. Dies werde aber nicht so einfach, sagt Rohrbach weiter. Die zukünftige Nutzung des Standorts werde eine grosse Herausforderung, da es sich um eine öffentliche Nutzungszone handle und der Besitzer des Gebäudes der Kanton Bern sei. Es werde schwierig werden, eine passende Lösung zu finden. «Wir wollen auf keinen Fall, dass das Gebäude zu einer Bauruine wird», sagt der Gemeindepräsident von Huttwil abschliessend.

veröffentlicht: 4. April 2024 08:00
aktualisiert: 4. April 2024 19:08
Quelle: 32Today

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