Curling

«Wir können unseren Traum leben» – junge Solothurner wollen hoch hinaus

· Online seit 24.06.2023, 11:22 Uhr
Das Mittelland hat ein neues junges Curling-Team mit hohen Ambitionen: das Curlingteam Solothurn. Mit dabei sind der Lüsslinger Jan Iseli und der Solothurner Max Winz. Im Interview geben sie uns einen Einblick in das Leben als junge Spitzensportler.
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Der 21-jährige Jan Iseli aus Lüsslingen und der gleichaltrige Solothurner Max Winz wollen das Curling in die Region bringen. Die beiden Spitzensportler sind Teil eines jungen, ambitionierten Curlingteams. Ab kommender Saison wird das Team unter dem Namen Curling Solothurn auf Erfolgsjagd gehen. Im Interview erzählen uns die jungen Sporttalente von ihren Ambitionen und Plänen.

Curling ist eher eine Randsportart. Was hat euch zum Curlingspielen bewegt?

Jan: Durch den Familiensport bin ich dazugekommen. Mein Vater hat ebenfalls erfolgreich Curling gespielt und hat mich als Kind manchmal in die Halle mitgenommen. Es hat mir Spass gemacht und seither mache ich diese Sportart. Mein Vater war über viele Jahre unser Coach.

Max: Bei mir lief das sehr ähnlich ab, da unsere Familien sehr gut befreundet sind. Früher haben wir auch Tennis und Fussball gespielt, haben aber schnell gemerkt, wo unsere Ambitionen liegen.

Wie bringt ihr Curling und Studium oder Arbeit unter einen Hut?

Jan: Curling hat bei mir Priorität. In der Off-Season, ab Mitte März, investiere ich mehr Zeit für das Studium. Ansonsten muss es hinten anstehen.

Max: Ich habe einen guten Arbeitgeber, der meine Faszination für Curling versteht. Ich kann meine Arbeitszeit gut um die Sportart herum planen. Im Winter arbeite ich kaum für die Bank, hauptsächlich im Sommer.

Solothurn scheint eine Curling-Hochburg zu sein!

Jan: Ja, auf jeden Fall. Es gibt einige Curling-Cracks aus Solothurn wie Yannick Schwaller, der in der Weltspitze ganz vorne mit dabei ist. Und jetzt gibt es auch noch uns beide.

Wie läuft das Training bei euch ab?

Jan: Wenn die Eiszeit wieder startet, trainieren wir etwa zehn Stunden pro Woche in der Halle. Diese Eiszeit beginnt schon bald und dauert bis etwa Mitte März. Parallel dazu sind alle mindestens drei- oder viermal Mal pro Woche im Fitness.

Ende Oktober startet ihr mit der Spitzensport-Rekrutenschule (RS). Während dieser Zeit werdet von der Armee unterstützt. Was bedeutet das für euch?

Max: Es ist eine riesige Chance für uns, damit wir diese Saison voll und ganz auf das Curling setzen können, ohne dass wir uns zusätzlich noch um das Studium oder die Arbeit kümmern müssen. Wir erhalten Unterstützung von der Armee, obwohl wir eine Randsportart betreiben. Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit anderen Sportlern, davon werden wir sicher profitieren können.

Jan: Wir können unseren Traum leben, indem wir uns eine Saison lang nur auf das Curling konzentrieren können. Ohne die RS wäre das fast nicht möglich. Es wird aber sicherlich auch herausfordernd sein.

Ihr müsst bestimmt auf vieles verzichten, um euren Traum zu leben. Wie ist das für euch?

Max: Den Winter hindurch sind wir so viel unterwegs, dass wir kaum Zeit für die Familie und Freunde haben. Im Sommer können wir unsere sozialen Kontakte gut pflegen, im Winter ist das ganz anders. Unser Ziel ist es, mit dem Curling irgendwann Geld zu verdienen, deshalb ist es ein grosser Traum, in die Spitzensport-RS gehen zu können.

Welches sind eure Ziele?

Jan: Unser kurzfristiges Ziel ist es, unter die Top 40 der Weltrangliste zu kommen. Bei internationalen Herrenturnieren, wollen wir es regelmässig bis ins Viertelfinale schaffen und auch mal im Finale. Als Team wollen wir uns für die Universiade in Turin im 2025 qualifizieren, um die Schweiz vertreten zu können.

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veröffentlicht: 24. Juni 2023 11:22
aktualisiert: 24. Juni 2023 11:22
Quelle: 32Today

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32today@chmedia.ch