Situation im Mittelland

Hochwasseralarm zwischen Bielersee und Solothurner Kantonsgrenze

15.12.2023, 18:06 Uhr
· Online seit 14.12.2023, 11:18 Uhr
Die anhaltendenden Niederschläge und die Schneeschmelze in den Bergen haben an Seen, Bächen und Flüssen im Mittelland zu Hochwasser geführt. Die Lage bleibt angespannt.

Quelle: Hochwasser in der Aare / Beitrag vom 13.12.2023 / Tele M1/Joel Dätwyler/Melinda Widmer/ ArgoviaToday /Leserreporter/ Michelle Brunner

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Hochwasseralarm für die Aare im Kanton Solothurn

Zwischen dem Bielersee und der Kantonsgrenze Solothurn (Leuzigen) gibt es derzeit eine sehr grosse Wassermenge an der Aare. Das teilt das Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne am Freitag in einer Hochwasserwarnung auf Alert Swiss mit. Der Aufenthalt auf den Uferwegen ist zu vermeiden. Es ist Vorsicht geboten. Laut den örtlichen Behörden stabilisiert sich die Lage am Ufer des Bielersees allmählich. Nach dem Überschreiten der Hochwassergrenze am Donnerstag sinke der Pegelstand des Sees langsam, teilte die Stadt Biel am Freitagnachmittag mit.

Am Donnerstagabend haben die Kantone Solothurn, Bern, Aargau, Neuenburg, Waadt und Freiburg zusammen mit dem Bund beschlossen, ab sofort mehr Wasser beim Wehr Port (BE) abfliessen zu lassen. So werde Platz geschaffen für allfällige neue Niederschläge, hiess es in der Mitteilung. Unterhalb des Bielersees wird die Aare in den kommenden Tagen also noch mehr Wasser führen.

Der Kanton Solothurn hat am Mittwochabend für einige Abschnitte der Aare Hochwasseralarm ausgerufen. Als erste Massnahmen werden entlang des Flusses bei Obergösgen, Gretzenbach und Niedergösgen zur Verhinderung von Überschwemmungen Dammbalkenanlagen in Betrieb genommen. Als Grund gaben die Solothurner Behörden den hohen Pegelstand des Bielersees an. Die Abflussmenge aus dem Bielersee ist entscheidend für die Hochwassersituation im Solothurner Niederamt und im Aargau.

Bislang war es den zuständigen Behörden demnach möglich, die Wassermenge kontrolliert in die Aare fliessen zu lassen. Nun aber sei der definierte Grenzwert überschritten worden, hiess es in der Mitteilung vom Mittwochabend weiter. Aus diesem Grund habe der Sonderstab Wasser des Solothurner Kantonalen Führungsstabes (KFS) die Alarmstufe 1 von zwei Stufen ausgerufen.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in der Nähe von Fliessgewässern Vorsicht walten zu lassen. Die Ufer der Emme bei Biberist und Derendingen wurden bereits am Dienstag sicherheitshalber abgesperrt.

Quelle: Bundesamt für Umwelt / 32Today / Devin Schürch / Jael Fischer

Holzbrücke in Wangen an der Aare gesperrt

Die Holzbrücke in Wangen an der Aare bleibt für den motorisierten Verkehr bis am Montag 18. Dezember gesperrt. Wer mit dem Auto ins Städtli fahren will, muss die Umfahrungsstrasse benutzen. Nur Radfahrende und Fussgänger dürfen die Brücke weiter benutzen, wie die Berner Zeitung schreibt.

Der Grund für die Sperrung ist ein fehlender Querbalken bei der Holzbrücke. Ein angeschwemmter Stock hat diesen beschädigt. Am kommenden Montag muss ein Zimmermann den Schaden beheben. Dafür muss er mit einem Boot der Pontoniere zu den Brückenpfeilern gebracht werden. Der hohe Wasserstand der Aare erschwert diesen Transport und die Arbeit an der Brücke aber erheblich. Die Verantwortlichen hoffen, dass sie die Hochwasserlage bis zum Wochenstart etwas entspannt. Wenn alles nach Plan läuft, dann ist die Brücke ab Montagabend wieder für alle befahrbar.

17 Meldungen über eindringendes Wasser im Kanton Solothurn

Die Kantonspolizei Solothurn hat in den letzten Tagen 17 Meldungen über eindringendes Wasser in Liegenschaften bekommen. Am Dienstag, 12. Dezember gingen laut Mitteilung der Kapo auf der Alarmzentrale neun, am Mittwoch 13. Dezember acht Meldungen ein. In der darauffolgenden Nacht gab es keine weiteren Meldungen.

Bei diesen Ereignissen wurde jeweils die zuständige Feuerwehr aufgeboten. Vereinzelt wurden an diesen Tagen auch kleinere Hangrutsche oder Geröll und Steine auf der Strasse gemeldet. Nennenswerte, grössere Vorkommnisse gab es aus ihrer Sicht bis jetzt aber nicht, schreibt die Kantonspolizei in einer Mitteilung weiter.

Weiter Hochwassergefahr am Bielersee

Beim Bielersee gilt weiterhin Hochwassergefahr, wie aus den Daten des Bundes hervorgeht. Stand Donnerstagmorgen ist der Wasserstand 6 cm über der Hochwassergrenze. Auch in den nächsten Tagen wird die Lage angespannt bleiben, wie in der Vorhersage des Bundes zu sehen ist. Es wird geschätzt, dass sich die Lage erst am 17. Dezember beruhigen und unter die Gefahrenstufe 4 sinken wird.

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veröffentlicht: 14. Dezember 2023 11:18
aktualisiert: 15. Dezember 2023 18:06
Quelle: 32Today

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