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«Meine athletische Bestform hatte ich 2018»: Daniela Ryf spricht über ihren Rücktritt

Triathlon

«Meine athletische Bestform hatte ich 2018»: Daniela Ryf spricht über ihren Rücktritt

· Online seit 30.05.2024, 09:10 Uhr
Daniela Ryf ist eine Solothurner Sport-Legende: Die 37-jährige Triathlon-Athletin hat in der Vergangenheit schon viele Wettkämpfe für sich entschieden. Nun hat sie ein letztes Ziel: die Ironman-WM im Herbst. Sie spricht über ihre Karriere, deren Ende und worauf sie sich in Zukunft freut.
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Aktuell muss die Triathletin Daniela Ryf pausieren – sie ist verletzt. Doch am Iron Man im Herbst in Nizza wird sie noch teilnehmen – es soll ihr letzter Wettkampf sein. Tatsächlich sei der Höhepunkt ihrer Karriere schon lange vorbei, erzählt sie im Interview mit der NZZ. 

«Es ist an der Zeit, langsam aufzuhören»

«Ich habe immer noch Lust, Gas zu geben», sagt die Solothurnerin gegenüber der NZZ. Sie merke aber auch, dass es an der Zeit sei, langsam aufzuhören. Die Verletzung verhindere aber aktuell, dass die 37-Jährige trainieren kann. Das mache es schwierig, sagt sie.

Die Athletin merke, dass sie die Erwartungen an sich selber nicht mehr erfüllen könne. Diese Erkenntnis sei «im Training schwieriger auszuhalten, als im Wettkampf selber». Daher fällt es Daniela Ryf schwer, die Freude am Training zu behalten. «Ich trainiere zwar immer noch gern, aber es ist auch frustrierend, wenn ich nicht mehr so schnell den Grenchenberg hinauffahren kann wie damals».

«Ich bin meilenweit davon entfernt, Weltklasse zu sein»

Wer so intensiv trainiert, wie es Daniela Ryf tut, dem fällt jede körperliche Veränderung sofort auf. «Selbst im Februar, vor meiner Verletzung, merkte ich, dass im Vergleich zu früher fünf Prozent fehlen», erzählt sie. Inzwischen sei sie «meilenweit davon entfernt, Weltklasse zu sein».

Doch schon viele Jahre zuvor bemerkte die Sportlerin zum ersten Mal, dass ihre sportliche Leistung allmählich abnahm. «Erstmals habe ich das in Nizza 2019 gemerkt, an der WM über die halbe Ironman-Distanz. Da wurde ich zwar nochmals Weltmeisterin, allerdings nur mit etwas Glück». Im selben Jahr brach die Athletin auch noch den Weltrekord über die Ironman-Distanz. Aber: «Meine athletische Bestform hatte ich 2018, bei meinem letzten WM-Titel auf Hawaii».

«Ich würde gern mal an der Pride in Zürich teilnehmen»

Noch bis Ende 2024 wird Daniela Ryf als Athletin die Schweiz vertreten und performen. Danach solls aber etwas ruhiger werden im Leben der erfolgreichen Solothurnerin. «Ich freue mich darauf, es bald gemütlicher zu haben», sagt die Sportlerin. Sie würde zum Beispiel gerne mal an der Pride teilnehmen: «Dieses Festival ist immer im Sommer, wenn bei mir das Training im Fokus steht. Aber nächstes Jahr will ich dabei sein».

Daniela Ryf hat sich vor drei Jahren als bisexuell geoutet und ist mit einer Frau liiert. In ihrem Umfeld habe sie aber kaum gleichgeschlechtlich orientierte Menschen, mit denen sie sich austauschen könne. «Dabei wäre das wichtig. In dieser Community gibt es sehr viele coole Leute, denn sie alle mussten einen Prozess durchmachen und stark sein», sagt Ryf. Sie freue sich darüber, wenn ihre Geschichte anderen Leuten helfen kann, offen zu sein.

(avdl)

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veröffentlicht: 30. Mai 2024 09:10
aktualisiert: 30. Mai 2024 09:10
Quelle: 32Today

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