Mediterrane Nächte

«Endlich läuft mal was»: Bar am Solothurner Aaremürli zieht Zwischenbilanz

24.07.2023, 17:11 Uhr
· Online seit 24.07.2023, 16:44 Uhr
Endlich kann man den Sommerabend am Wochenende in Solothurner Bars bis zu den späten Stunden geniessen. Bewährt sich das Pilotprojekt oder ist den Anwohnern der Lärmpegel doch zu hoch? Wir haben bei der Stadt- und Gewerbevereinigung und in einer Bar nachgefragt.
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In den warmen Sommernächten bis spät Abends ein kühles Bier oder einen leckeren Cocktail geniessen? Das ist seit dem ersten Juli-Wochenende in elf Solothurner Beizen möglich. «Die Beizen mussten vorher schon relativ früh schliessen und die Gäste wegjagen. Mit diesem Projekt wollten wir das verhindern», sagt Charlie Schmid, Geschäftsführer Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn. Bisher zeige sich das Pilotprojekt «Mediterrane Nächte» erfolgreich.

Die mediterranen Nächte waren nötig

Die Cafébar Barock am Solothurner Aaremürli durfte zwar bereits vor dem Projekt etwas länger öffnen – jedoch im Aussenbereich ihre Stühle nach einer gewissen Zeit reinnehmen. Die Gäste, die draussen waren, mussten von da an also ihre Getränke im Stehen konsumieren. «Aus unserer Sicht läuft das Projekt sehr gut, wir haben nur positive Rückmeldungen erhalten», sagt Stephan Marti, Inhaber der Cafébar Barock. Die Kundinnen und Kunden würden sich freuen und geniessen es, draussen länger sitzen zu bleiben. «Sie finden es eine coole Sache und sind froh, dass endlich mal etwas läuft.»

Auch von der Seite der Mitarbeitenden sei das Echo gut. Die Gäste würden sich nicht mehr beschweren, weil sie jetzt länger draussen sitzen können. «Es gibt ein schönes Bar-Feeling, wenn die Leute zufrieden im Aussenbereich sitzen.» Und auch die Anwohnenden seien mit der Situation glücklich, Reklamationen gebe es kaum, wie Stephan Marti sagt. «Es hat sich gezeigt, dass die Mediterranen Nächte nötig waren.» Denn die neue Regelung sei quasi eine Win-Win-Situation für alle.

Einen Kundenzuwachs habe es nicht überall gegeben. Was dennoch alle gemeinsam haben, ist der Umsatz. «Es gab ganz klar eine Umsatzsteigerung, da die Beizen durch das Pilotprojekt ihre Kundinnen und Kunden länger bedienen können», so Schmid. Bars, die nur den Innenraum bedienen können, seien zuvor klar im Nachteil gewesen.

Änderung von Gästen nicht bewusst wahrgenommen

Mehr Kundschaft habe es in der Cafébar Barock seit der Einführung der mediterranen Nächte nicht gegeben. «Das ist definitiv etwa gleich geblieben. Wir haben weder weniger noch mehr Kunden dazugewonnen», sagt Marti. Das komme daher, dass sich die Öffnungszeiten für sie nicht geändert haben. «Wir durften schon vor Beginn des Projekts länger offen haben, einfach unbestuhlt.»

Der Unterschied bestehe darin, dass das Lokal den Aussenbereich nun bis zur letzten Runde bestuhlen darf. «Vorher konsumierten unsere Gäste ihr Getränk draussen stehend, jetzt können sie es dank der Bestuhlung sitzend tun», so der Inhaber.

Gemäss Charlie Schmid werde diese Änderung nicht bewusst von den Gästen wahrgenommen.  «Die Gäste sind einfach da und bleiben bis zum Ende sitzen.» Eine Sensation sei es für die Leute aber nicht.

Sitzend ist man leiser als stehend

Der positive Effekt sei wenig überraschend: «Wir sind davon ausgegangen, dass es einen positiven Effekt haben würde». Es gebe bereits Auswertungen anderer Städte, die einen Erfolg bestätigen. «Eine sitzende Person ist schlichtweg leiser, als eine stehende. Das haben Auswertungen gezeigt». Selbst von denjenigen, die sich typischerweise häufig beklagen, habe sie bisher erstaunlicherweise keine negative Resonanz erhalten.

Beschwerden wegen Lärmbelästigung werde es wahrscheinlich weiterhin nicht geben: «Die Hotspots können so von den Beizerinnen und Beizern besser überwacht werden, damit es gesittet zu und her geht», so Charlie Schmid.

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veröffentlicht: 24. Juli 2023 16:44
aktualisiert: 24. Juli 2023 17:11
Quelle: 32Today

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