Waldhof Langenthal

Oberaargauer Bauernverein in Sorge wegen geplanter Schliessung

· Online seit 13.05.2023, 12:32 Uhr
Bis 2040 soll das Berner Bildungs- und Beratungszentrum für Landwirtschaft «Inforama» von sieben auf drei Standorte zentralisiert werden. Geht es nach dem Willen der Regierung, sollen vier Standorte geschlossen werden, darunter der Waldhof in Langenthal, der Oeschberg in Koppigen und die Bäregg in Langnau.
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«Das Bildungs- und Beratungszentrum für Landwirtschaft soll bis 2040 auf drei Standorte mit klarem Profil konzentriert und als moderne und zukunftsfähige Bildungsinstitution positioniert werden», heisst es in der Mitteilung der Berner Kantonsregierung. Diese regionalen Zentren sind im Seeland (Ins), im Mittelland (Rüti) und im Berner Oberland (Hondrich) geplant. Die bisherigen Inforama-Standorte Oeschberg (Koppigen), Waldhof (Langenthal), Emmental (Bäregg) und Schwand (Münsingen) werden werden gemäss der Mitteilung des Regierungsrates mittelfristig bis 2040 geschlossen. Diese neue Strategie wird voraussichtlich in der Herbstsession dem Berner Grossen Rat vorgelegt.

Sorge beim Oberaargauer Bauernverein

Man habe das Vorhaben der Regierung mit grosser Sorge zu Kenntnis genommen, sagt Christine Badertscher, die Präsidentin des Oberaargauer Bauernvereins. «Es bleiben viele offene Fragen und die Schliessung wäre ein grosser Verlust für die Region. Wir sind sehr enttäuscht, denn der Waldhof ist ein sehr wichtiger Ort für die Oberaargauer Landwirtschaft.» Neben der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung gibt es dort auch andere wichtige Dienstleistungen, sagt Badertscher. Dazu gehören unter anderem die Beratung und die Agrotreuhand. Auch befindet sich beim Waldhof der Dreh- und Angelpunkt der Oberaargauer Landwirtschaft, so die Präsidentin des Bauernvereins. «Die verschiedenen Akteure dort sind gut vernetzt. Wenn das wegfällt, geht viel Wissen um regionale Strukturen und Begebenheiten verloren. Und natürlich geht es auch um Arbeitsplätze in der Region, die bei einer Schliessung wegfallen würden.»

Oberaargau wird in Bern vergessen

Ganz aus dem Nichts sei die Mitteilung der Regierung allerdings nicht gekommen, sagt Christine Badertscher. «Aktuell wird in vielen Bereichen zentralisiert, um Ressourcen zu sparen. Deshalb hatten wir bereits eine Vorahnung.» Dennoch wisse man im Moment noch viel zu wenig, um die Situation richtig einschätzen zu können. «Was zum Beispiel bedeutet dezentrale Bildung? Heisst das, dass das erste und zweite Lehrjahr doch im Waldhof bleiben könnte?» Das wäre für den Oberaargau sehr wichtig, sagt Christine Badertscher. Sie sieht durch diesen Entscheid der Regierung ein bereits bekanntes Problem einmal mehr bestätigt: «Der Oberaargau als Randregion vom Kanton Bern wird immer wieder vergessen.»

Weiteres Vorgehen noch offen

Ob man von Seiten des Oberaargauer Bauernvereins gegen den Entscheid der Regierung kämpfen werde, sei noch unklar. Zuerst müssten die vielen offenen Fragen geklärt werden. Vermutlich würden sie sich mit dem ebenfalls von der Schliessung bedrohten Standort in Bärau im Emmental zusammentun, um die weitere Strategie und die Forderungen gemeinsam auszuarbeiten.

Ironischerweise feiert der Waldhof in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. «Das ist eine gute Gelegenheit, um die Bedeutung und Geschichte des Waldhofs zu zeigen», sagt Badertscher.

veröffentlicht: 13. Mai 2023 12:32
aktualisiert: 13. Mai 2023 12:32
Quelle: 32Today

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